Samstag, 13. Juli 2019 - AUGENMUSIK - Die Renaissance des Madrigals



"Augenmusik - Die Renaissance des Madrigals"

Werke von Michelangelo Rossi, Clement Jannequin, John Hoybye, Pelle Gudmundsen-Holmgreen
Gemeinschaftsprojekt mit Quint Buchholz

Auf dem ZAMMA Festival in Garmisch-Patenkirchen

Im Olympiasaal des Kongresshauses Garmisch-Patenkirchen
Richard-Strauss-Platz 1A, 82467 Garmisch-Partenkirchen

Beginn: 20:00 Uhr

Hier finden Sie Informationen des Veranstalters.



Ohren- und Augengenuss erwartet die Hörer bei unserem neuen Programm „Augenmusik – die Renaissance des Madrigals“. Dabei präsentieren wir emotionale, virtuose aber auch kuriose Chorliteratur, die sich um das Thema „Madrigal“ dreht.

Im Zentrum stehen dabei die faszinierenden Madrigale des italienischen Renaissance-Komponisten Michelangelo Rossi (1601-1656). Diese kleinen Kunstwerke, zum Großteil noch nicht auf CD erschienen, beschreiben in hochchromatischer Weise und mit ausgeprägtem Gestaltungswillen verschiedene Themen wie die unerwiderte Liebe, die Grausamkeiten einer Frau oder auch den Ausbruch des Vesuv. Unser Konzerttitel „Augenmusik“ stammt aus dieser Zeit, der Begriff beschreibt die Komposition von Effekten, die Textinhalte in der Notenschrift optisch sichtbar werden lassen.

Die Gesänge der Vögel inspirierten Clément Janequin ca. 1529 zu seinem berühmten Werk „Le chant des oiseaux“. Artistisch imitiert der Chor Nachtigall, Star oder Kuckuck. Rasante Tempi und lautmalerisches Gezwitscher versetzen den Hörer in die Situation eines Vogelkonzertes. 

Das wohl außergewöhnlichste Werk des Abends wird die deutsche Erstaufführung von Pelle Gudmundsen-Holmgreens „Three stages“ (2003) sein. Der 1932 geborene Däne bezeichnet sein Werk als „eine Art Triptychon“. Er entwirft ein komplexes und vielstimmiges Klanggemälde aus verfremdeten Zitate von Janequins „Chant des oiseaux“ mit überlagerten Volksliedfetzen und modernen Harmonien sowie Tiergeräuschen.

Weitere Facetten des Madrigal-Themas zeigen die jazzige Bearbeitung des Klassikers „Now is the month of maying“ von Thomas Morley durch John Hoybye (*1939) sowie eine madrigaleske Neukomposition von Jaakko Mäntyjärvi (*1963), die ebenfalls auf dem Programm stehen.

Ob die flankierend projizierten Bilder des weltberühmten Illustrators Quint Buchholz dazu eher einen Kontrapunkt bilden, die Inhalte der Werke visualisieren oder ein Medium für eigene Interpretationen bietend - dies bleibt dem Hörer bzw. Zuschauer überlassen…

Mit dem ersten Satz aus Janequins Komposition möchten wir gerne zu unserem Konzert einladen: „Erwacht, ihr schlafenden Herzen! Der Gott der Liebe ruft Euch!“ – es lohnt sich, aufzustehen und die Ohren zu spitzen!